Gemeinschaftspraxis Dr. med. A. Rosenthal, Dr. med. B. Schubert
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Aktuelles

Unterstützendes Element bei chronischen Achillessehnentendopathien

Peritendinöse Hyaluronsäureinjektion

Chronische Achillessehnentendopathien stellen nach wie vor eine Herausforderung in der Sportorthopädie dar. Derzeitig existieren sehr unterschiedliche Therapiekonzepte, oft langwierig, nicht selten frustrierend und von häufigen Rückfällen begleitet. Neben der Physiotherapie sowie den exzentrischen und sensomotorischen Trainingsformen gelangen zunehmend nutritive Therapiekombinationen zur Verbesserung des Zell- und Gewebestoffwechsels in den Fokus.

In unserer Sportambulanz wurden seit Januar 2012 16 Patienten mit chronischer Achillessehnentendopathie und zwei Patienten nach Achillessehnennaht mit peritendinösen Hyaluroninjektionen behandelt. Es erfolgten bei allen Patienten zwei Injektionen mit 2%iger Hyaluronsäure in das Sehnengleitgewebe im wöchentlichen Abstand, bei zehn Patienten zudem „Auffrischungs“-Injektionen nach sechs Wochen und drei Monaten. Die bisherigen Ergebnisse sind viel versprechend und scheinen den Rehabilitationsverlauf gegenüber den herkömmlichen Therapieformen deutlich zu verkürzen.

Der besondere Fall

Ein 39-jähriger Kampfsportler mit anamnetisch seit zwei Jahren rezidivierender Achilles sehnentendopathie erleidet beim Sicherheitstraining im Januar 2012 eine Achillessehnenruptur. Die operative Versorgung mit Naht erfolgt sieben Tage nach Trauma. Postoperativ dosierter Belastungsaufbau mit Airwalker anfangs in 20° Spitzfußstellung mit sukzessiver Redression bis zur 0° Position nach acht Wochen, anschließender Keileinlage im Schuh mit Achillodynbandage und durchgehender Physiotherapie. Anfangs regelrechter Heilverlauf, ab zwölfte Woche Stagnation mit rezidivierender Reizung peritendinös im Nahtbereich. Sonografisch erhaltene Sehnenstruktur. Zweimalige Hyaluron- Injektion in die Sehnenscheide im wöchentlichen Rhythmus mit anschließend klinisch nach zwei Wochen komplett rückgebildeter Schwellung und Schmerzrückgang. Sechs und zwölf Wochen später „Auffrischungsinjektionen“ bei unauffälligem weiterem Belastungsaufbau. Sportaufnahme ab sechsten Monat postoperativ komplikationsfrei erfolgt.

Ätiologie und Therapieverfahren

Bei der Achillessehnentendopathie besteht ein multifaktorielles Störungsbild. Intrinsische (Kraft- und Koordinationsdefizite, aber auch Fußfehlstellung und Instabilitäten) und extrensische Faktoren wie unpassendes Schuhwerk und extreme Bodenbeschaffenheiten sowie Über- und Fehlbelastung resultieren häufig in Sehnenpathologien bis hin zur Ruptur. Histologisch konnten bei den Tendopathien lokalisierte Kollagenregenerationen sowie eine vermehrte pathologische Vaskularisation nachgewiesen werden. Entzündungszellen und -mediatoren zeigten sich nicht, weshalb die im klinischen Alltag verbreitete Bezeichnung „Tendinitis“ keine Anwendung finden sollte. Als Standardtherapien gelten derzeit lokale physiotherapeutische und physikalische Verfahren wie Querfriktion, Mobilisation, Eis und Ultraschall. Gang- und Laufanalysen mit Pedografie sollen zur Optimierung der Schuhe und einer individuellen Einlagenversorgung genutzt werden. Der Einsatz entzündungshemmender Substanzen wie NSRA bei chronischen Sehnenbeschwerden wird entsprechend der jüngeren histopathologischen Studien kontrovers diskutiert. Zunehmende Anerkennung finden sensomotorische Trainingsformen und exzentrisches Kräftigungstraining, wobei standardisierte Trainingsprotokolle derzeitig noch fehlen. Als neuere Ansätze gelten die extrakorporale Stoßwellentherapie und nutritive Konzepte. Ein wesentlicher Nachteil aller Therapieoptionen ist deren zeitliche Ausrichtung und Dauer, da diese zumeist mehrwöchige, -monatige Trainingspausen beinhalten.

Eigene Untersuchungsergebnisse

Seit Januar 2012 wurden in unserer Sportambulanz 18 Patienten mit Achillessehnentendopathien (16 davon chronisch degenerativ/ zwei traumatisch rupturiert mit Naht) mit peritendinösen Hyaluronsäureninjektionen (Ostenil Tendon 2 %) behandelt. Das chronisch degenerative Patientenkollektiv war sehr heterogen (Alter: 22 – 75 Jahre/Männer – Frauen: 11 – 5) mit einer durchschnittlichen Beschwerdedauer von acht Monaten und Therapieresistenz unter konventionellen, konservativen Maßnahmen mit manueller Therapie, Einlagenversorgung, lokalen Infiltrationen, Stoßwelle und systemischer und lokaler Antiphlogistikagabe. Sieben Patienten zeigten kernspintomographisch Teilläsionen der Achillessehne. Es erfolgten bei allen Patienten je zwei Injektionen im wöchentlichen Rhythmus in das Sehnengleitgewebe. Bei zehn Patienten wurden zudem nach sechs Wochen und drei Monaten Auffrischungsinjektionen gesetzt. Der bisherige Nachbehandlungszeitraum, die Kollektivgröße und heterogene Zusammensetzung ermöglichen natürlich keine wissenschaftliche Auswertung. Die bisherigen Erfahrungen sind aber als durchaus positiv einzustufen. Die peritendinöse Begleitreaktion mit Weichteilschwellung bildete sich bei allen Patienten – auch bei kernspintomografisch nachgewiesener Teilruptur der Sehnenstruktur – zurück. Deutliche Schmerzreduktion konnte bei knapp 90 % des Kollektivs bereits zwei Wochen nach der Behandlung dokumentiert, eine schmerzfreie Gehbelastung ohne Anlaufproblematik im Alltag bei 70 % nach sechs Wochen erreicht werden Die Hälfte der Patienten kehrte nach sechs Wochen in den Sport zurück. Im Rahmen der drei- und sechsmonatigen Kontrolluntersuchungen war auch bei gesteigertem Aktivitätsniveau bei allen Patienten kein Rezidiv zu verzeichnen.

Fazit

Die peritendinöse Hyaluroninjektionstherapie ist ein neues, unterstützendes Element im multimodalen Therapiekonzept bei chronischen Achillessehnentendopathien. Die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend und scheinen insbesondere die Rehabilitationsdauer positiv zu beeinflussen und zu verkürzen. Weitere Studien sollen einerseits die Effizienz von „Auffrischungs“-Injektionen klären, um die bisherige hohe Rückfallrate zu vermeiden, aber auch den Einsatz in der oftmals langwierigen, postoperativen Rehabilitation überprüfen.

Quelle: medicalsportsnetwork.de

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