Gemeinschaftspraxis Dr. med. A. Rosenthal, Dr. med. B. Schubert
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Beinachsenkorrektur

Allgemeines zur Achsfehlstellung

Bei vielen Patienten, die unter einem einseitigen Gelenkverschleiß des Kniegelenkes leiden, besteht als Ursache des Verschleißes (Arthrose) oder als Folge der einseitigen Abnutzung der Gelenkflächen eine Achsfehlstellung des Gelenkes (O-Bein- oder seltener X-Bein-Fehlstellung).

Falls Achsfehlstellungen zu einer dauerhaften Fehlbelastung eines Gelenkes führen, kann durch eine Achskorrektur in Form einer Umstellungsoperation – zumeist am Schienbein (Tibia) – Kopf eine Verbesserung der Belastbarkeit erzielt werden. Auch bei bereits bestehendem höhergradigem Verschleiß kann oft ein Gelenkersatz hinausgezögert werden.

Der schon eingetretene Verschleiß in einem Teil des Gelenkes wird hierdurch zwar nicht beseitigt, aber die Funktionsfähigkeit durch eine Umverteilung von Belastungen in weniger geschädigte Gelenkbereiche verbessert. Das Gelenk kann hierdurch noch viele Jahre gut funktionieren, ohne dass (Teil-) Ersatzoperationen notwendig werden.

Faktoren, die die Art und Weise der Behandlung beeinflussen, sind u.a. Alter des Patienten, Körpergewicht, Grad der Fehlstellung, Bandverhältnisse (Instabilitäten aufgrund vorangegangener Kreuzbandrupturen) und Größe und Schwere des Knorpelschadens. Bei Kombination einiger Faktoren sinkt die Besserungsrate einer Umstellungsoperation von gut 80% deutlich ab und der Patient läuft in diesem Fall besser mit einem Knieoberflächenersatz (künstliches Kniegelenk).

Diagnostik

Um die ungleichmäßige Belastung der Gelenkanteile zu korrigieren, besteht die Möglichkeit einer operativen Achskorrektur des Beines. Vor einer Umstellungsoperation sind genaue Informationen über die weniger geschädigte Seite des Gelenkes, die über eine kernspintomographische Untersuchung oder durch einen arthroskopischen Eingriff gewonnen werden, erforderlich. Zur Vermessung wird vor der Operation eine Röntgenaufnahme des Beines zur Achsbestimmung und Planung der Operation angefertigt.

Umstellungsoperation (Osteotomie)

Bei der O-Beinfehlstellung wird der Knochen von der Innenseite des Unterschenkels am Schienbeinkopf eröffnet und die Knochenflächen aufgeklappt. Sobald der vorher bestimmte Winkel erreicht ist, erfolgt die Fixierung des Winkels durch eine Platte, die in den geöffneten Knochenspalt eingebracht wird. Eine X-Bein-Fehlstellung erfolgt oberhalb des Kniegelenks.

Die Verwendung von winkelstabilen Platten verbessert seit einigen Jahren den Heilungsverlauf. Eine Schmerzminderung, eine bessere Beweglichkeit und eine größere Zuverlässigkeit der Knochenheilung, werden durch die bessere Fixierung ermöglicht.

Rehabilitation

Das Ziel ist eine möglichst rasche Mobilisation und Wiederherstellung der Beweglichkeit unter schmerzarmen Bedingungen. Begleitende physiotherapeutische Maßnahmen reduzieren die operationsbedingte Weichteilschwellung und verhelfen zu einer schnelleren Rückkehr ins Alltagsleben. In der Anfangsphase erfolgt eine Stabilisation mit einer Schiene. Bis zur Ausheilung des Knochens ist zunächst eine Teilbelastung an Gehstützen mit 10-15 kg für etwa 6-8 Wochen sinnvoll.